Im Aquarium

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Samstag, 18. November 2017

Das feministische UFO

Manch einer kennt vielleicht den Versuch von Solomon Asch aus dem Jahr 1953, in dem er Probanden bei einem angeblichen Sehtest Striche unterschiedlicher Länge zeigte und von ihnen wissen wollte, welche davon gleich lang sind. In Wahrheit war jedoch nur einer der Beteiligten die Testperson, bei allen anderen handelte es sich um Schauspieler, die allesamt eine falsche Lösung angaben. Ein großer Teil der Testpersonen beugte sich dem Gruppendruck und schloss sich der Mehrheitsmeinung an. Viele von ihnen waren sich dessen nicht einmal bewusst, sondern glaubten wirklich an das, was sie sagten: Ihre Wahrnehmung hatte sich angepasst. Ein Lehrstück, das einen guten Teil der allgemeinen Zustimmung zur feministischen Ideologie erklärt, die nun seit über vierzig Jahren medial auf uns eingehämmert wird.


Ein weiterer Teil erklärt sich durch den Effekt der Gruppenpolarisierung. Der Jurist Cass R. Sunstein hat herausgefunden, dass Gruppen Gleichgesinnter dazu neigen, sich zu radikalisieren, weil sich ihre einseitigen Informationen und vorgefassten Meinungen gegenseitig verstärken. Da in einer Gruppe diejenigen dominieren, die bereits eine ausgeprägte Meinung haben, während die Unsicheren schweigen, glauben Zweifler zunehmend, allein zu stehen, und lassen sich schließlich umstimmen. Niemand möchte gern ein Abweichler sein. Dass sich ausgerechnet diejenigen, die keinen Widerspruch aushalten und sich beim geringsten Konflikt in safe spaces verstecken, für Revolutionäre und Verfechter von Vielfalt halten, entbehrt allerdings nicht einer gewissen Komik.

Der Psychologe Irving Janis hat Gruppendenken unter anderem durch den Glauben an die moralische Überlegenheit der Gruppe und die stereotype Abwertung von Informationen von außerhalb definiert. Auch das kommt uns aus dem Umfeld des Feminismus bekannt vor.

Und ein Versuch des Sozialpsychologen Leon Festinger erklärt, warum es keinen Sinn macht, mit Radikalfeministen zu diskutieren. 1950 wollte Festinger herausfinden, was geschieht, wenn Glaube und Realität aufeinanderprallen, und schaute sich in Lake City, Minneapolis, die Sekte um die Hausfrau Marian Keech näher an, die behauptete, eine Flut werde am 21.12.1950 große Teile der Menschheit vernichten und nur wer ihrem Glauben folge, werde durch ein Raumschiff gerettet. Eine Außerirdische namens Sandana habe ihr das mitgeteilt. Als nun an jenem Tag die erwartete Katastrophe ausblieb, was geschah? Weder kamen die Hörigen zur Besinnung, noch fühlten sie sich betrogen, im Gegenteil: Sie waren noch leidenschaftlicher davon überzeugt, dem rechten Glauben anzuhängen.

Festinger nennt dies Kognitive Dissonanz: Zwei oder mehrere Wahrnehmungen stehen im Widerspruch zueinander und erzeugen eine innere Spannung, die nach Auflösung verlangt. Dies gelingt, indem Informationen relativiert, umgedeutet oder aus dem Bewusstsein verbannt werden. Festinger schreibt: „Jemanden mit einer Überzeugung kann man schwer ändern. Wenn man ihm sagt, man sei anderer Meinung, wird er sich von einem abwenden. Wenn man ihm Fakten oder Zahlen nennt, wird er die Quelle anzweifeln. Wenn man an die Logik appelliert, wird er den entscheidenden Punkt nicht sehen. Wir haben alle schon erlebt, wie fruchtlos es ist, jemandem eine starke Überzeugung auszureden, besonders wenn der so Überzeugte einiges in seine Überzeugung investiert hat.“

Solche Abwehrmechanismen kennen wir aus dem Feminismus zur Genüge. Egal wie viele Fakten man aufeinander türmt, nichts erreicht gläubige Feministen, aus den oben genannten Gründen. Zumal jemand, der Politik, Medien und Justiz hinter sich weiß, es sich leisten kann zu ignorieren, womit er sich nicht auseinandersetzen möchte. Das macht es so schwierig, eine Erfolg versprechende Strategie zu finden, um unliebsame Wahrheiten ans Licht zu bringen. Was tut man, wenn der herrschenden Gegenpartei Argumente gleichgültig sind? Was würde man tun, wenn irgendeine andere Sekte wie beispielsweise die Scientology Regierung, Medien, Justiz und Kirchen hinter sich hätte?

Ich weiß es nicht. Wenn man nicht eine gewaltsame Revolution anzetteln oder darauf warten will, dass das System zusammenbricht, kann man wohl nur darauf setzen, jene, die noch nicht im Sektenwahn gefangen sind, zu überzeugen. Immerhin hat Solomon Asch seine Experimente fortgesetzt und ein Ergebnis erzielt, das Hoffnung macht: Sobald seine Testpersonen nicht mehr allein standen, sondern nur einen einzigen Mitstreiter an ihrer Seite wussten, der ebenfalls aus dem Konsens ausscherte, sank die Rate derer, die dem Konformismus nachgaben, auf zehn Prozent.

1 Kommentar:

  1. Die Revolution ist Alternativlos. Männerrechtler seichtlabern seit geschlagenen 100 Jahren und haben rein gar nichts erreicht. Zudem wird, wie man ja gerade sieht, Überzeugen einfach verboten. Ein Zusammenbruch fällt ebenfalls flach, weil man das neue System lange Zeit wird schützen und stützen können, die dafür maßgebenden Posten wurden bereits besetzt oder werden es gerade, Gesetze großzügig angepaßt.
    Es ist zu spät. Deshalb bleibt nur die Hoffnung, selbst alt genug zu sein, die Auswirkungen nicht mehr erleben zu müssen.

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Vielen Dank für deinen Kommentar. Sobald ich ihn gelesen und geprüft habe, schalte ich ihn frei.

Viele Grüße

Gunnar