Im Aquarium

Im Aquarium

Montag, 8. Januar 2018

Der blinde Fleck der Medienkritik

In den letzten Jahren habe ich zahlreiche Bücher mit Medienkritik von Insidern gelesen, also von Menschen, die selbst journalistisch gearbeitet oder Untersuchungen über den Journalismus angestellt haben und darum wissen, wovon sie reden. Aufgrund der Vielzahl der Autoren, die eine große Bandbreite an Aspekten abdecken, und der damit verbundenen Meinungspluralität halte ich Jens Wernickes „Lügen die Medien?“* für das Beste, was ich bisher zum Thema gelesen habe, ein exzellentes Buch, das ich nur jedem empfehlen kann, der sich mit diesem Problem beschäftigen möchte. Dennoch offenbart das Buch zugleich, weshalb die professionelle Medienkritik ein Teil des Problems ist.

Samstag, 9. Dezember 2017

Stand der Dinge

Wer mein Interview bei MannDat kennt, weiß, dass ich an einem Buch über die letzten Jahrzehnte feministischer Ideologie arbeite, einer Weiterentwicklung meiner Artikel über die feministischen Jahre 1995 und 2012 bis 2017 in diesem Blog.

Dienstag, 28. November 2017

Der Siegeszug der Männerverachtung

Christoph Kucklick hat in Das unmoralische Geschlecht* nachgewiesen und anhand zahlreicher Beispiele belegt, dass wir seit Ende des 18. Jahrhunderts Männer negativ, nämlich als zerstörerisch, selbstsüchtig und amoralisch bewerten, während Frauen als selbstlos, friedlich und empfindsam, kurz: als bessere Wesen gelten (Seite 89). Damals erfolgte eine Neudeutung der menschlichen Natur, in der das Geschlecht eine bedeutende Rolle zugeschrieben bekam, die es vorher nicht besaß. Was die Ursachen für diese Entwicklung angeht, fehlt mir bei Kucklicks Erklärungsansatz allerdings ein wesentlicher Punkt.

Freitag, 24. November 2017

Gibt es Linksfaschismus?

Vor gut einem Jahr war ich einmal Zeuge, wie die Berliner Antifa versucht hat, in bewährter deutscher Tradition Andersdenkende mundtot zu machen. Als ein verbal attackierter Zuschauer die Gruppe als Linksfaschisten bezeichnete, meinte deren Sprecher, so etwas sei gar nicht möglich, er solle sich mal mit der Geschichte auseinandersetzen. Das möchte ich hier stellvertretend für ihn tun und als jemand, der sich seit siebzehn Jahren mit der Weimarer Republik beschäftigt, herausarbeiten, wo die Parallelen liegen und weshalb ich die Antifa und andere „Gerechtigkeitskrieger“ in der Tat ebenfalls für Faschisten halte. Es kommt nämlich nicht auf die Lippenbekenntnisse an, mit denen jemand seine Taten rechtfertigt, sondern auf die Methoden, derer er sich bedient..

Samstag, 18. November 2017

Das feministische UFO

Manch einer kennt vielleicht den Versuch von Solomon Asch aus dem Jahr 1953, in dem er Probanden bei einem angeblichen Sehtest Striche unterschiedlicher Länge zeigte und von ihnen wissen wollte, welche davon gleich lang sind. In Wahrheit war jedoch nur einer der Beteiligten die Testperson, bei allen anderen handelte es sich um Schauspieler, die allesamt eine falsche Lösung angaben. Ein großer Teil der Testpersonen beugte sich dem Gruppendruck und schloss sich der Mehrheitsmeinung an. Viele von ihnen waren sich dessen nicht einmal bewusst, sondern glaubten wirklich an das, was sie sagten: Ihre Wahrnehmung hatte sich angepasst. Ein Lehrstück, das einen guten Teil der allgemeinen Zustimmung zur feministischen Ideologie erklärt, die nun seit über vierzig Jahren medial auf uns eingehämmert wird.

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Eine Zensur findet statt

Mir ist unklar, warum es, abgesehen von ein paar Bloggern und der Handvoll Journalisten, die diesen Namen noch verdienen, niemanden in diesem Land zu geben scheint, der die Demokratie verteidigt angesichts der Tatsache, dass die sogenannten Eliten, die um ihre Deutungshoheit fürchten, gerade dabei sind, systematisch die Meinungsfreiheit abzuschaffen.

Donnerstag, 28. September 2017

Die heimlichen Bedingungen des Bedingungslosen Grundeinkommens

Es gehört eigentlich nicht zum Kernthema dieses Blogs, aber weil ich im vorigen Artikel darüber geschrieben habe, dass es nicht glücklich macht, etwas leistungslos geschenkt zu bekommen, möchte ich ein paar Gedanken zum Bedingungslosen Grundeinkommen loswerden, das ja in manchen Kreisen wie der Heilige Gral zum Glücklichsein gehandelt wird.

Der Prinzessinnenweg zum Unglücklichsein

„Ich bin nicht glücklich“ seien die schlimmsten Worte, die ein Ehemann von seiner Frau zu hören bekommen könne, sagt Karen Straughan in ihrem hörenswerten Podcast Why marriage is too risky for men. Da drängt sich die Frage auf: Warum sind so viele Frauen unglücklich und werden offenbar auch durch den Feminismus nicht glücklicher? Meiner Meinung nach hat das einen simplen Grund.

Samstag, 23. September 2017

Bezeichnend

Eben kam ich an einem Filmplakat vorbei, das mir ein perfektes Beispiel für feministische Frauenfantasien zu sein scheint (den Film kenne ich nicht, kann also dazu auch nichts sagen, ich beziehe mich hier lediglich auf das Plakat):

Donnerstag, 21. September 2017

Über mich

Um gegen Denunziationsversuche aus dem feministischen Lager (wie im Internetpranger Agent*In geschehen) Position zu beziehen und weil Menschen, die zum ersten Mal mit Kritik am Feminismus konfrontiert werden, möglicherweise nicht wissen, was sie von mir halten sollen, möchte ich an dieser Stelle meine politische Einstellung offenlegen.

Samstag, 16. September 2017

Schattenboxen zur Wahl

Ich erwarte von Wahlplakaten keine tiefschürfenden Erkenntnisse. Aber wenn ich an frühere Zeiten zurückdenke, stand zumindest eine Haltung dahinter. Keine Experimente oder Mehr Demokratie wagen – das waren zwar immer noch Schlagworte, aber sie markierten einen Standpunkt, der sich zudem deutlich von dem des politischen Gegners unterschied.

Man kann ihnen nicht entkommen

Ich komme gerade aus dem Urlaub zurück, vom Wandern in Schottland. Mir geht es dabei nicht um körperliche Erholung, sondern darum, den Kopf frei zu bekommen. Aus diesem Grund meide ich auch Geschlechterthemen wie der Teufel das Weihwasser. Ein paar Tage im Jahr will ich den ganzen Dreck mal nicht sehen und hören müssen. Das Problem ist, dass der Dreck einen verfolgt.

Sonntag, 6. August 2017

Der hundertjährige Geschlechterkrieg, Teil 2

Seit einigen Monaten stecke ich wieder bis zum Hals in Recherchearbeiten zu einem neuen Krimi aus der Weimarer Republik, und wie so oft hat die Durchsicht der damaligen Tageszeitungen interessante geschlechterpolitische Artikel zutage gefördert. Die Vossische Zeitung, offenbar die Süddeutsche der zwanziger Jahre, hat in den Monaten von 1929, die mich derzeit interessieren, weit über zwanzig zumeist lobhudelnde Artikel zu „Frauenfragen“ veröffentlicht. Einige davon werfen ein bezeichnendes Licht auch auf heutige Diskussionen.